Welche Hundeerkrankung beschreibt der Begriff Spondylose?

Als Spondylose bezeichnen Tierärzte degenerative Veränderungen der Wirbelsäule beziehungsweise der Zwischenwirbelscheiben beim Hund. Einerseits wird die Elastizität abgebaut, andererseits entstehen an der Unterseite der Wirbelsäule knöcherne, unterschiedlich starke und spitze zusätzliche Gebilde. Sie beeinträchtigen die Muskelfunktion und beeinflussen die Funktion der Muskeln.

Diese Gebilde werden Spondylophyten genannt. Sie können beträchtliche Größen erreichen. Sie entstehen hauptsächlich an Übergangsstellen zwischen überwiegend starren und beweglichen Wirbeln. Spondylose ist unheilbar. Die Symptome können allerdings durch eine gezielte Therapie und durch Medikamente gelindert werden, um die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

Verschiedene Formen von Spondylose

Von dieser Erkrankung können beim Hund zwei verschiedene Formen auftreten. Dabei handelt es sich um Spondylose bei jungen Hunden und altersbedingte Spondylose.

Spondylitis deformans

Bei dieser Form handelt es sich um eine eine rheumatische Erkrankung. Sie wird durch einen entzündlichen Prozess im Bereich der Wirbelsäule und/oder der Bindegewebe ausgelöst. Auch ein noch junger Hund kann an Spondylitis deformans erkranken. Diese Form tritt besonders häufig beim Deutschen Boxer auf.

Die Bestimmung des Rheumagrades erfolgt durch eine Blutuntersuchung. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Rheumagrade. Betroffen ist der gesamte Bandapparat, der die Wirbel umgibt. Nachteilig wirkt sich auf die Erkrankung aus, dass im Laufe eines Hundelebens die Knochen fortlaufend umgebildet werden. Einzelne Knochenzacken können sich zu großflächigen, geschlossenen Knochenplatten verbinden.

Die starken Schmerzen werden durch die entzündeten Nervenfasern verursacht. Tritt eine Spondylitis deformans im Bereich zwischen Kreuzbein und Lendenwirbeln auf, ist die Beeinträchtigung geringer. Wird sie im Bereich zwischen den Lendenwirbeln und den Brustwirbeln diagnostiziert, leidet der Hund stark.
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Spondylosis deformans

Als Spondylosis deformans wird die altersbedingte Form von Spondylose bezeichnet. Sie kann beim Hund ungefähr ab mittlerem Lebensalter auftreten. Ausgelöst wird Spondylosis deformans möglicherweise durch Einwirkung von Druck- und Zugkräften. Die Verknöcherung wird durch Mikrotraumen verursacht. Nach geschlossener Verknöcherung ist die Gefahr, dass der Hund einen Bandscheibenvorfall erleidet, zunächst gebannt.

Verlauf von Spondylose

Zubildungen und Verknöcherungen bilden sich anfangs zunächst in Bereichen, die besonders belastet sind. Ein Bandscheibenvorfall kann eine Lähmung beim Hund verursachen. Schreitet der Verschleiß weiter fort, versucht der Hundekörper durch Zubildungen die betroffenen Wirbel zu reparieren. Die Verknöcherungen schaffen Stabilität, schränken allerdings im Gegenzug die Elastizität ein.

Die Erkrankung verläuft meistens in Schüben.Unterschieden wird zwischen chronischen und akuten Schüben.

Häufige Symptome bei Spondylose

Folgende Symptome treten häufig bei Spondylose auf:

  • Schmerzen beim Berühren (Überempfindlichkeit)
  • Schwäche und/oder Zittern in der Hinterhand
  • leichte Lähmungserscheinungen
  • aufgezogener, gewölbter Rücken
  • Rüden haben Schwierigkeiten das Bein zu heben
  • Verspannung der gesamten Rückenmuskulatur
  • steifer Gang, Humpeln, Nachziehen eines Beins
  • instabiler Stand, Umfallen
  • Fehlstellung einer oder beider Hinterpfoten
  • plötzliches Aufschreien bei Bewegungen
  • Angst, Depressionen, Aggressionen
  • Harnträufeln, Inkontinenz

Ursachen für Spondylose beim Hund

Die Entstehung kann folgende Ursachen haben:

  • höheres Lebensalter
  • angezüchtete, unnatürliche Körperform
  • zu frühe Belastung von Junghunden
  • Übergewicht
  • genetische Veranlagung
  • Traumata
  • langfristige Belastungen (Gebrauchs-, Arbeits- oder Sporthund

Diagnose von Spondylose beim Hund

Die Erkennung erfolgt häufig zufällig. Die Diagnose erfolgt durch eine Tastuntersuchung und Röntgen der seitlichen Wirbelsäule.

Therapie, Medikamente & Lebenserwartung

Akuter Spondyloseschub

Bei Auftreten von einem akuten Spondyloseschub muss sofort der Tierarzt besucht werden. Akute Schübe verursachen Entzündungen und/oder starke Schmerzen. Die Schmerzen können durch vom Tierarzt verordnete Medikamente gelindert werden. Liegen gleichzeitig Entzündungen auf, verabreicht der Tierarzt dem Hund Kortison-Injektionen.

Tritt gerade kein Schub auf, wirkt der Hund kerngesund. Bei höherer Belastung treten jedoch sehr schnell Symptome auf.

Chronischer Spondyloseschub

Diese Form wird mit Rotlichtbestrahlung, Warmhalten des Rückens, Massagen, TT-Touch, Akupunktur, Gaben von Vitamin B & Grünlippenmuschelextrakt, Reduzierung der Bewegung und Verabreichung von Vermiculite D6 behandelt. Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung wird die Lebenserwartung nicht verkürzt. Wird Spondylose jedoch zu spät erkannt, muss der Hundunter Umständen vorzeitig einschläfert werden.

Tipps zur Vorbeugung von Spondylose

Alle Situationen, bei denen der Hund stark belastet wird, sind zu vermeiden.

  • Vermeidung von Überlastung und unnatürlichen Bewegungen
  • kein An- oder Hochspringen
  • kein Treppensteigen
  • kein Übergewicht